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Quadratur des Kreises

Matthias Ackeret

Eigentlich wäre der Freiburger Uniprofessor Manuel Puppis der ideale Friedensnobelpreisträger. Er möchte mit seinem Verein Mediaforti ein System schaffen, das die «verfahrene Situation im Schweizer Mediensystem» löst (persoenlich.com berichtete). Der Applaus ist gross, der Anspruch edel: seit der Gründung von Admeira, der gemeinsamen Vermarktungsfirma von Ringier, SRG und Swisscom, herrschen in unserer kleinen Medienwelt fast schon katalanische Verhältnisse – nur ohne Militär und Polizei.

Puppis' Idee: eine Internetplattform, an welcher sich alle beteiligen können und ihre Angebote präsentieren können. Die Quadratur des Kreises. Einziges Wermutströpfchen: bezahlen soll deren Infrastruktur der Staat. Dem ehemaligen «Watson»-Chef Hansi Voigt – eines der Aushängeschilder von Mediaforti – schweben 40 bis 50 Experten vor, die das Ganze aufrechterhalten. Ein neues Berufsbild: Digitalbeamte im World Wide Web. War es bisher nicht eine der Stärken des Internets, dass es von staatlichen Eingriffen frei war? Am Ende würde sich auch hier die Lebensweisheit durchsetzen: wer zahlt, befiehlt.

Und noch etwas: Warum soll ausgerechnet eine einzige Plattform staatliche Gelder bekommen? Und am Ende noch ohne Ausschreibung? Vielleicht, so der Hintergedanke der Initianten, damit die Situation nicht noch verfahrener würde.

Eines muss man Manuel Puppis' Vorschlag lassen: er ist transparent und nennt den Geldgeber. Dass aber der Staat bereits zur Kasse gebeten werden soll, bevor etwas steht, ist gar mutig. Doch es entspricht Puppis' Ansinnen: es gehe um nichts weniger, als die rückwärtsgewandte Medienschweiz neu zu denken. Ausnahme ist natürlich die SRG. Deren Gebührentopf soll nach Puppis' Willen unangetastet bleiben. Alles andere wäre wirklich klein gedacht.

 

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