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Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Rolf Bollmann

Nun taucht sie wieder aus der Versenkung auf, die linkslastige Journalistengilde, die Mitglieder getarnt als Medienexperten, und erklärt ihren Gesinnungsgenossen in hämischen Artikeln die publizistische, politische und kommerzielle Niederlage der «Basler Zeitung», die nun getarnt mit einem Tauschgeschäft an den Meistbietenden verkauft werden soll.

Man muss sich das einmal vorstellen, da schreibt Hansi Voigt für das «Kommunistenblatt» WOZ unter der Rubrik «Die Medienzukunft mit Hansi Voigt» eine mittels Google-Suchmaschine zusammengebastelte Geschichte mit dem griffigen Titel: «Einsamer Minusrekord der BaZ». Wahrheitsgehalt der Geschichte gleich null! Andere selbsternannte Medienexperten und BaZ-Hasser versuchen ebenfalls mit abstrusen Geschichten über die BaZ ihren unbedeutenden Namen wieder einmal ins Licht zu bringen. So nach dem Motto: Einfach schlecht über Blocher und Somm schreiben, dann bekomme ich bestimmt Aufmerksamkeit und Anerkennung im linken Einheitsbrei der Journalistenszene.  

Im Zusammenhang mit den Spekulationen zum möglichen Verkauf der BaZ überbieten sich diese Nullnummern wieder mit unwahren Artikeln, erklären ihren Politgenossen genüsslich wie Blocher und Co. mit ihrer rechtsbürgerlichen Zeitung in Stadtbasel gescheitert sind. Und es folgen immer und immer wieder die gleichen Märchen über die Ära Markus Somm, mit völlig faktenlosen Behauptungen schreiben sie vom wirtschaftlichen Niedergang der BaZ, die nur dank dem offenen Geldhahn von Blocher überhaupt überleben kann.

Märchen bleiben Märchen. Und sie werden auch nicht wahr, wenn sie immer wieder von diesen völlig unqualifizierten Journalisten und Medienexperten erzählt werden. Denn die Realität sieht ganz anders aus.

Als ehemaliger CEO der BaZ und VR-Präsident der BaZ Holding war ich mittendrin und nicht nebenan dabei! Ich schreibe wie es wirklich war und wie es ist – und nicht wie es nicht sein kann, weil es nicht sein darf!

Markus Somm ist seit mehr als sieben Jahren Chefredaktor der «Basler Zeitung». Es ist bekannt, dass er die BaZ von einer eher linkslastigen zu einer rechtsbürgerlichen Zeitung umpositioniert hat. Das hat viele Leser gekostet, sehr viele. Und für die Medienexperten und Journalisten war damit der Beweis erbracht, dass die Stadtbasler Haushalte kein rechtes Gedankengut in ihrer Zeitung wünschen.

Dumm ist nur, dass die kumulierten Leserverluste der farblosen BaZ in den sieben Jahren vor der Zeit von Chefredaktor Markus Somm grösser waren als in der Zeit mit Chefredaktor Somm und seinem rechtsliberalen Kurs. Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf! Das ist die Arbeitsweise der andersdenkenden Medienexperten und Journalisten. 

Die Leserzahlen korrekt vergleichen kann man erst ab dem Jahr 2013. Ab dann hat die WEMF AG für Werbemedienforschung, eine einheitliche Erhebungsmethode eingeführt, die für alle Printmedien vergleichbare Leserzahlen ausweist.

Die «Basler Zeitung» hat von 2013 bis 2018 24‘000 Leser (absolut) beziehungsweise 19% (relativ) verloren. 

Der linke «SonntagsBlick» hat 301'000 Leser (absolut) beziehungsweise 35 Prozent (relativ) und der linke «Blick» 264'000 Leser (absolut) beziehungsweise 36 Prozent (relativ) verloren.

Der linke «Tages-Anzeiger» hat 124'000 Leser (absolut) beziehungsweise 24 Prozent (relativ) und das noch linkere «Magazin» 154'000 Leser (absolut) beziehungsweise 22 Prozent (relativ) verloren. 

Auch die rechtsbürgerliche NZZ hat 62'000 Leser (absolut) beziehungsweise 21 Prozent (relativ) verloren.

Welche Medienexperten oder Journalisten schreiben über diese enormen Leserverluste der obgenannten Zeitungen? Niemand! Denn was nicht sein kann, darf nicht sein. 

Und welcher Chefredaktor dieser Zeitungen trägt die Verantwortung für diese Leserverluste? Keiner!

Und welcher Medienexperte stellt bei diesen Titeln die Frage nach der Verantwortlichkeit der Verluste? Keiner! Oder nach der falschen publizistischen Positionierung? Keiner! 

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Selbstverständlich gilt dieses Schweigen im Walde nicht bei den Medienexperten, wenn es sich um die BaZ mit Verleger und Chefredaktor Markus Somm handelt. Genüsslich werden jeweils in ihren Blättern die Leserverluste der BaZ zelebriert, auch wenn sie im Fünfjahresvergleich weit geringer ausfallen als bei den linksauslegenden Titeln aus Zürich, sowohl im absoluten wie im relativen Zahlenvergleich. 

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wie tief muss das Niveau dieser Journalisten sein, wenn sie nicht einmal realisieren, dass sie mit ihrer Zeitung, die sie produzieren und von der sie ihren Lohn kassieren, näher am Abgrund stehen als die BaZ jemals stehen wird!

Im Jahr 2010 brauchte es tatsächlich das Geld von der MedienVielfalt Holding, um die desaströse Schuldenwirtschaft der Vorgänger aufzufangen, ansonsten wäre die «Basler Zeitung» schon längstens von der Bildfläche verschwunden. 

Bei meinem Start in Basel habe ich den Auftrag erhalten, die BaZ Holding zu sanieren und die «‹Basler Zeitung› nackt» wirtschaftlich auf ein solides Fundament zu stellen. 

Hätte ich mich vor Beginn meiner Aufgabe erkundigt, wie es mit der Zeitung wirklich steht, wäre ich schnellstmöglich wieder zu Fuss nach Zürich zurückgerannt und nie wieder am Rheinknie aufgetaucht!!

Die «Basler Zeitung» hat in den Jahren vor Somm operative Verluste von über 30 Millionen Franken verursacht. Notabene noch in der wirtschaftlichen Blütezeit der gedruckten Medien. Und die angetroffenen, noch viel höheren Verluste bei der BaZ Holding unter den Traumtänzern des damaligen Managements haben bei mir Schweissausbrüche und monatelang schlaflose Nächte verursacht. So eine Misswirtschaft habe ich nicht für möglich gehalten. Es dauerte etwa zwei Jahre bis wir die BaZ-Gruppe wirtschaftlich aus dem tiefen Sumpf gezogen hatten, ab dem Jahr 2014 war der Gemischtwarenladen mit circa zehn verschiedenen AGs aufgeräumt!

Die «‹Basler Zeitung› nackt» steht nun seit vier Jahren auf gesunden Füssen und erwirtschaftet eine ansprechende Rendite. Und auch das Redaktionsbudget von Markus Somm bewegt sich immer noch im zweistelligen Millionenbereich, die Qualität der Zeitung ist der beste Beweis dafür. Wäre die BaZ kriselnd oder wirtschaftlich am Ende, wie die unfähigen Medienexperten und Wichtigtuer meinen und immer wieder behaupten, dann wären alle anderen abonnierten Tageszeitungen der Schweiz schon längstens auf dem Totenbett. 

Kostenmanagement heisst: Ertrag vor Umsatz.

Das sind natürlich unternehmerische Leitsätze, die den Pseudo-Medienexperten völlig fremd sind. Es nützt auch nichts, wenn ich als Beweis der guten Wirtschaftlichkeit der «Basler Zeitung», die ja von diesen Typen angezweifelt wird, die revidierten Geschäftsabschlüsse der letzten Jahre vorlegen oder publizieren würde – sie würden dann vermutlich die Revisionsgesellschaft anzweifeln oder noch schlimmer, sie wären gar nicht in der Lage die Bilanzen lesen. 

Denn was nicht sein kann, darf nicht sein!

***

Rolf Bollmann ist Verwaltunsratspräsident der Zeitungshaus AG (ehemals BaZ Holding), der auch die «Basler Zeitung» angegliedert ist.

***

Lesen Sie zu diesem Thema auch die Artikel «Welche Blätter Leser einbüssen, welche zulegen», «Wie viele Doppelleser die Medienmarken haben» und «NZZ steigert sich im Web – Tagi online verliert».

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Unsere Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

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Kommentare

  • Niklaus Herzog, 10.04.2018 23:27 Uhr
    Rolf Bollmann hat - leider - nur allzu Recht. Jüngstes Paradebeispiel des hierzulande grassierenden linken Scheuklappen-Journalismus ist die Berichterstattung über die Parlamentswahlen in Ungarn: Als bei Redaktionsschluss (22.00 Uhr) die Stimmen infolge der hohen Wahlbeteiligung immer noch nicht ausgezählt waren, liessen sich linke Journalisten nicht davon abhalten, ihr Wunschergebnis herbeizuschreiben - Fakten hin oder her: "Nun scheint die Zivilgesellschaft erwacht zu sein, den Allmachtsfantasien ihres Premiers ein Absage zu erteilen. Orban kann nach dieser Wahl weiterregieren, aber mit schmälerer Mehrheit schwerlich weitermachen als bisher": So mussten sich die Leser in den Printausgaben mancher Zeitungen am Montagmorgen desinformieren lassen. Dumm nur, dass die Online-Medien bereits zur gleichen Zeit tatsachengerecht meldeten: "Orban hat in Ungarn zum dritten Mal in Folge einen glänzenden Wahlsieg errungen.". Bleibt der Vollständigkeit noch hinzufügen, dass just die Basler Zeitung mit der Schlagzeile vom Montag "Viktor, der Sieger" als einzige Schweizer Zeitung goldrichtig lag. Dies könnte, vermutet infosperber ebenso richtig, damit zusammenhängen, dass der Korrespondent der Basler Zeitung - im Gegensatz zur Fake News-Konkurrenz - in Budapest stationiert ist... Niklaus Herzog
  • Thomas Läubli, 12.04.2018 17:39 Uhr
    Wenn einer im Lead schon die linken Medienexperten in Anführungszeichen setzt, muss man den Artikel gar nicht mehr zu Ende lesen. Man kann dann sicher sein, dass im Text nur der rechtskonservative Einheitsbrei folgt, den wir von der Weltwoche, der BaZ, Tamedia (mit 20Minuten) und Ringier sowie der neuen NZZ von Gujer und Scheu bereits auswendig kennen und der deshalb nur ein müdes Gähnen verursacht und die Leserzahlen nach unten zieht.
  • Victor Brunner, 13.04.2018 08:09 Uhr
    "BaZ" gibt es gar nicht, es gibt in Basel eine Zeitung die hat eine Lokalredaktion. Der Rest der Zeitung ist abhängig von den Artikel des TA. Das Konzept des aus Zürich importierten "Chefredaktor und Verleger" Markus Somm ist gescheitert, trotzdem kann er vermelden, das Verdingkind BaZ lebt noch.
  • Stefan Heimers, 13.04.2018 17:04 Uhr
    Man kann alles schönreden. Warum nimmt Bollman ausgerechnet das 2. Halbjahr 2013 um auf seine 19% Leserverlust zu kommen? Vielleicht, weil da der grösste Absturz schon durch war? Tatsache ist, dass die BaZ im 2006 noch mehr als 200'000 Leser hatte, und 2018 noch 99'000, also eine glatte Halbierung. Am steilsten war der Niedergang 2012/13, also nach der Übernahme durch Blocher. Der Tagesanzeiger hat von 2006 bis 2018 etwa 20% Verloren, steht also viel besser da als die BaZ. Möglich, dass die umgestellte Methodik den Vergleich etwas ungenau macht, aber 20% gegenüber 50% Leserverlust kann man trotzdem nicht wegdiskutieren. Quelle: https://www.swa-asa.ch/de-wAssets/docs/artikel-printmedien/MACH-Leserentwicklung-2016-2.pdf

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