Dreiste Einmischung in redaktionelle Angelegenheiten

Michael Hug

Der Umgang mit Medienbeauftragten, Kommunikationsabteilungen und PR-Spezialisten ist für uns Journalisten längst das tägliche Brot. Mit sogenannten Primeurs wird gedealt wie mit anderem Stoff in dunklen Parks, gegen das Wochenende wähnt man sich zuweilen auf einem Bazar. Es ist offensichtlich, dass sich neben der Themengewichtung durch die Redaktionen zunehmend das Agendasetting der Kommunikationsdesigner und Informationsstrategen auf die Inhalte der Medien niederschlägt.

Eine neue Qualität erreichte diese Entwicklung für uns diesen Dienstag anlässlich einer Medienorientierung der Post über ihre neue Organisation als Aktiengesellschaft. Ein wichtiges Thema für die Berner Zeitung, deren Journalist Dominik Balmer nach den Referaten ein kurzes Interview mit Post-Präsident Peter Hasler führen wollte. Er dürfe ihm drei bis fünf Fragen stellen, sagte der Mediensprecher der Post und stand daneben, als Balmer sein Tonband einschaltete und Hasler befragte. Balmer fragte schnell, Hasler antwortete zügig, aber nach fünf Fragen intervenierte der Postmann an der Seitenlinie und drängte auf einen Abbruch des Gesprächs. Hasler wehrte ab und sagte, Balmer solle weiterfragen. So resultierte schliesslich ein auf Tonband festgehaltenes kleines Interview.

Die böse Überraschung folgte am Abend, als die BZ die Antworten Haslers zur routinemässigen Autorisierung unterbreitete. Die Kommunikatoren der Post beharrten darauf, dass das Interview maximal drei bis fünf Fragen enthalten dürfe, so wie es abgemacht gewesen sei. Sie rückten kein Jota von ihrer Forderung ab und gingen so weit, dass der Leiter der Kommunikationsabteilung, Marco Imboden schliesslich direkt bei mir intervenierte, um die absurde Beschränkung durchzusetzen. Dabei hielt er ausdrücklich fest, es gehe nicht um den (harmlosen) Inhalt der Antworten, sondern lediglich um die von seiner Abteilung verfügte Quantität. Erst nachdem ich ihm unmissverständlich klargemacht hatte, dass wir das Interview so oder so und mit einem entsprechenden Hinweis auch unautorisiert publizieren, gab er nach und liess es doch noch autorisieren. Allerdings nicht ohne vorher seiner grossen Enttäuschung über den angeblichen Vertrauensbruch Ausdruck zu verleihen und uns eine Verschlechterung der bisher guten Zusammenarbeit in Aussicht zu stellen.

Der Grund für die Interventionen war schon am Abend klar und folgte am Mittwoch schwarz auf weiss. Die Poststrategen hatten Blick, Tages-Anzeiger und Bund zuvor mit der Gewährung eines Exklusiv-Interviews mit Hasler eingebunden oder eingebettet, wie es auch etwa genannt wird. Haslers Redseligkeit am Rand der Medienkonferenz hatte ihren sorgfältig eingefädelten Kommunikationsplan durchkreuzt. Die Interventionen bei der BZ waren noch ein mehr oder weniger geschickter Rettungsversuch.

Man könnte diese Episode abhaken, wenn sie nicht symptomatisch wäre für ein Kommunikationsgewerbe, das sich immer dreister in redaktionelle Angelegenheiten einzumischen und seine eigene Agenda durchzusetzen versucht. Zu weiten Teilen sind die Redaktionen selbst schuld, wenn sie sich von Medienbeauftragten und PR-Leuten ködern, anfüttern und dann subtil steuern lassen. Aber es wäre begrüssenswert, wenn jene Redaktionen, die nicht nur Transmissionsriemen professioneller Spin-Doctors sein wollen, den inszenierten Medienkonferenz-Events zunehmend fernbleiben würden. Wenn eine Kommunikationsabteilung vorab alles Interessante an Sonntagsmedien und Fachpresse verfüttert, um dann am eigentlichen Termin noch ein paar verbliebene Informationsbrosamen und eingefädelte Exklusiv-Interviews für Auserwählte zu bieten, kann man als Journalist gerade so gut darauf verzichten, dem Anlass beizuwohnen. Diesen Rest nimmt auch die Agentur sauber zusammen. Und völlig irrwitzig ist es, wenn die paar Sätze O-Ton, die auf solch gut beleuchteten Bühnen aufgrund eines repetitiv eingeübten Wordings abgesondert werden, nach der Niederschrift auch noch einer Kommunikationsabteilung zur Autorisierung vorgelegt werden sollen. Hier treten wir definitiv in die Phase der Selbstbeschäftigung für eine Branche, die offenbar bereits Überkapazitäten zu beklagen hat. Ich finde, es wäre an der Zeit, dass die Zeitungsbranche für den Umgang mit Medienstellen ihre Standards überprüft.

 

Michael Hug ist Chefredaktor der “Berner Zeitung”

 

Michael Hug
Mittwoch, 26. Juni 2013 um 17:29 Uhr
  • Jun 26th, 2013 um 18:26 Uhr | #1

    tonband? echt?

    spass bei seite: erschütternd. gut, dass sie darüber berichten.

  • Jun 26th, 2013 um 19:55 Uhr | #2

    Herr Michael Hug, es war bis etwa 2005, 2006 noch ganz interessant, ein sog. Spin Doctor zu sein (neben anderen, verwandten Beschäftigungen), aber danach wurde es auf diesem Betätigungsfeld zusehends langweiliger, weil a) auf der Gegenseite (den Redaktionen) immer weniger gute, informierte Leute waren, und sich damit b) immer mehr die von Ihnen beschriebenen angelernten, bürokratisch befolgten Verhaltensschablonen durchsetzten. Meine Erfahrung ist, dass die reale Öffentlichkeitsarbeit heute nicht mehr in dem von Ihnen hier beschriebenen Bereich stattfindet, der ziemlich ineffizient geworden ist, da die Leute, die darauf ansprechen, relativ irrelevant sind. Die Szene hat sich verlagert, und das ist gut so. Freundliche Grüsse, PK.

  • Jun 26th, 2013 um 20:50 Uhr | #3

    Wehret den Anfängen! Journalisten und Redaktoren, lasst es nicht zu, dass eure Blätter zu Werbeträgern degradiert werden. Auch die privilegierten Adressaten in der Sonntagspresse sollten sich vorsehen; wenn sie nicht aufpassen, werden sie bald einmal zu Sprachrohren der Unternehmen, von denen sie bedient werden. Reklame zum Nulltarif? Nein danke. Vertrauen wir darauf, dass sich die Presse durch die PR-Fritzen von Unternehmen nicht missbrauchen lässt. Und Herrn Hug von der BZ sei dafür gedankt, dass er sich auf das üble Spiel der Medienleute bei der Post eingelassen hat.

  • detroit
    Jun 27th, 2013 um 00:51 Uhr | #4

    bravo für den mut das öffentlich zu posten!

  • Jun 27th, 2013 um 09:34 Uhr | #5

    Die Kommunikationsabteilung der Post könnte man auch in Kontrollabteilung umbenennen. Letzthin wollte diese Abteilung die Berichterstattung über die Medienkonferenz der Postcom umgeschrieben haben. Dies weil wir uns erdreistet hatten, die von der Postcom – immerhin die Aufsichtsbehörde der Post – kommunizierte, deutlich gestiegene Anzahl von Anzeigen wegen Preiserhöhungen an die Spitze der Meldung zu setzen. Die Post wollte die Kritik, wenn man sie denn schon erwähnen müsse, geschickt irgendwo im Text versteckt haben. Unsere Meldung sei eine “journalistische Fehlleistung”, glaubte die Post-Kommunikationsstelle zu wissen, und müsse sofort korrigiert werden. Viele Telefone, viele Abklärungen und keine Anpassung unserer Meldung waren die Folge. Ob damit das Vertrauen in die Kommunikation des Kommunikationsunternehmens Post auf der Redaktion gestiegen ist? Wohl eher nicht.
    Bernard Maissen, sda

  • emma peel
    Jun 27th, 2013 um 09:48 Uhr | #6

    …das problem dürfte allgemein auch sein, dass auf kommunikationsseite offenbar immer öfter keine exjournis sitzen. somit fehlt das wissen, was eine redaktion braucht und worum es bei der arbeit von journalisten geht.

  • mikerolli
    Jun 27th, 2013 um 10:23 Uhr | #7

    @Rennie: Wehret den Anfängen? Über das Stadium sind wir offenbar hinaus: Längst sind es ja nicht nur die Spin-Doktoren, die Inhalte bestimmen, sondern auch Lobbyisten, die sich Gesetze selbst schreiben: Bzgl.Journalismus als Korrektiv kann man bald alle Hoffnung fahren lassen.

  • Jun 27th, 2013 um 12:07 Uhr | #8

    @Rennie Wyss
    Es sollte natürlich heißen: “dass er sich nicht auf das üble Spiel der Medienleute bei der Post eingelassen hat.”
    RW

  • Jun 27th, 2013 um 12:12 Uhr | #9

    @mikerolli
    Vielleicht haben Sie recht. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt; ich geben den Journalisten immer noch eine Chance.

  • Probala
    Jun 27th, 2013 um 12:38 Uhr | #10

    Die Post braucht offenbar einen neuen Kommunikationschef.
    Rolf Probala

  • René E. Gygax
    Jun 27th, 2013 um 14:29 Uhr | #11

    Die Ursachen für die von Michael Hug trefflich geschilderten Zustände liegen leider bei den Zeitungsverlegern und Journalisten selbst. Immer mehr profilierte Journalisten wechseln das Ufer und lassen sich auf die Lohnlisten von Kommunikations- und PR-Abteilungen grosser Unternehmen und (halb-) staatlicher Betriebe und Ämter setzen. Damit steigt das Know-how dieser Stabsstellen beträchtlich und die Informations-Gurus gewinnen als her masters voice immer mehr an Einfluss. Sie sind den verbliebenen Journalisten meist fachlich überlegen und gebärden sich auch so.
    Und warum wechseln so viele Journalisten die Seite? Weil diese Unternehmen weit bessere Löhne zahlen als die Zeitungsverleger, die ihren Journalisten seit Jahren keine oder nur marginale Lohnerhöhungen gewähren und dafür lieber auf Renditemaximierung ihrer millionenschweren Aktionäre setzen.
    René E. Gygax

  • Jun 27th, 2013 um 15:06 Uhr | #12

    Schön, wenn Herr Hug punkto Einmischung in die kantonale Politik in Zukunft den gleichen Massstab verwendet!

  • Jun 27th, 2013 um 17:01 Uhr | #13

    Rennie Wyss :
    Wehret den Anfängen!

    Anfänge? Ich habe mich auf dem Teppich gekringelt vor Lachen. Leider lässt dies tief blicken.

  • Jun 27th, 2013 um 17:19 Uhr | #14

    Danke Michael Hug für den Beitrag.
    Als ich mich anfangs der 80er Jahre zum Journalisten ausbilden liess, war für mich Journalismus fast ein öffentliches Amt. Offen und unabhängig zu informieren, war für uns das Ziel. Je länger je mehr gibt es jedoch Firmen und Personen, die meinen, die Medien hätten einfach ihre Verlautbarungen abzudrucken und zu schweigen, wenn es irgendwo Probleme gibt.
    Bei Coop wirbt man seit Jahren mit “Bio, bio, bio”. Wenn es jedoch einen Pferdefleisch-Skandal gibt, ist kein Mediensprecher oder sonst jemand da, der Stellung nehmen könnte.
    Gleichzeitg entscheiden Leute wie Arno del Curto oder Christoph Mörgeli (um nur zwei zu nennen) von sich aus darüber, welche Fragen gut, intelligent und letztendlich genehm sind. Wenn ich eine arrogante und selbstgefällige Antwort höre wie “Falsche Frage, weiter!” dann stehen mir die Haare zu Berge.

  • Michael Hug
    Jun 27th, 2013 um 17:51 Uhr | #15

    Ich weiss gerade nicht, was mir mehr zu denken geben soll: Die Kommunikation der Post oder das klerikale Demokratieverständnis des Berner EVP-Grossrats Ruedi Löffel.

  • Jun 27th, 2013 um 18:11 Uhr | #16

    @Ruedi Löffel

    @Löffel: Sie wünschen Sich tatsächlich Medien, die die Politik nur wohlwollend begleiten? Woher kenn’ ich das nur???

  • Philippe Müller
    Jun 27th, 2013 um 18:22 Uhr | #17

    @Ruedi Löffel
    @R. Löffel: Es ist geradezu die Pflicht von Journalisten, sich in die kantonale Politik einzumischen. Ansonsten würden wir unseren Job vernachlässigen…
    Philippe Müller

  • Jun 27th, 2013 um 18:33 Uhr | #18

    Herr Löffel, seines Zeichens bernischer Großrat, scheint nicht begriffen zu haben, dass es hier um die Pressefreiheit geht. Diese besteht eben auch darin, dass die Presse sich keiner Zensur durch Unternehmen unterwirft, schon gar nicht, wenn diese sich mehrheitlich im Eigentum der öffentlichen Hand befinden. Allein schon der Versuch, die journalistische Arbeit mit Druck oder Drohungen in genehme Bahnen zu lenken, ist verwerflich.
    Noch in stärkerem Maße muss die Presserfreiheit gegenüber Regierung und Parlament gelten. Sie besteht auch darin, dass Journalisten Inhalte nach ihrem eigenen Urteil gewichten, ob das nun den Politikern passt oder nicht. Regierung und Parlament in Bund, Kantonen und Gemeinden fassen Beschlüsse, die alle betreffen, und geben Steuergelder aus. Politiker haben genug Möglichkeiten, ihre Positionen zu erläutern und zu rechtfertigen und dafür zu werben. Die Presse (samt ihren Webauftritten) hat das Recht und die Pflicht, den Politikern auf die Finger zu sehen und sie allenfalls auch zu kritisieren.
    Herr Löffel scheint die Presse, vielleicht insbesondere die BZ, in der kantonalen Politik als Störfaktor zu sehen. Das ist bedenklich. Großrat und Regierungsrat sind doch keine geschützte Werkstatt! In ihre Geschäfte darf sich jeder einmischen; die Mitglieder von GR und RR handeln dennoch frei und hoffentlich ohne Instruktionen. Im manchen Fällen gibt es allerdings Volksinitiativen, Volksvorschläge und Referenden; vielleicht sind diese für manche Politiker auch ein Störfaktor.

  • Jun 27th, 2013 um 18:46 Uhr | #19

    Gut, dass Sie das alles veröffentlichen, Herr Hug, bravo! Es ist schon lange an der Zeit, dass die Zeitungsbranche ihre Praktiken im Umgang mit Medienstellen und Lobbyisten ändert.

    Sehen wir es aus Lesersicht – wen interessieren die langweiligen Spins der Korporatokratie heutzutage noch? Die Leserschaft lässt sich nicht mehr für dumm verkaufen, ist dank Internet bestens informiert und wandert deshalb auch immer mehr zu alternativen digitalen Medien ab.

    Lassen Sie sich nicht mehr von den PR-Leuten und Lobbyisten missbrauchen. Schreiben Sie wieder frei von der Leber weg, der Wahrheit und der journalistischen Ethik verpflichtet. Decken Sie Missstände auf, ohne um Erlaubnis zu fragen.

    So könnten sie viele kritische Leser zurückgewinnen :)

    Mit “Sie” ist hier natürlich nicht nur Herr Hug angesprochen, sondern alle Betroffenen aus der Zeitungsbranche…

  • Markus Hächler
    Jun 27th, 2013 um 19:45 Uhr | #20

    Ein krasser Fall, kein Zweifel. Ist aber weder neu noch repräsentativ. Früher gingen die Bundesräte mit “ihren” Redaktoren ga zmörgele und diktierten ihnen den Leitartikel. In einem Interview hat BR Cotti sogar einmal nicht nur die Antworten umgeschrieben, sondern gleich auch noch die Fragen. Der Kollege hatte dann aber das Füdle, auf die Publikation zu verzichten. Von meinen vielen Kommunikationskollegen arbeitet kein einziger so wie offenbar die Post. Mit der Monopolagentur habe ich übrigens auch so meine Erfahrungen gemacht, wenn es darum ging, einen sachlichen Fehler bloss im Archiv zu korrigieren. Also lieber runter vom hohen Ross. Journalismus und PR: eine nüchterne Geschäftsbeziehung, die man wie jede andere auch mit Respekt vor dem Handwerk und frei von wohlfeilem Standesdünkel pflegen sollte.

  • Karina
    Jun 27th, 2013 um 20:53 Uhr | #21

    Herr Imboden, Sie sind ja so was von peinlich, wenn Sie Machtspiele führen müssen. Herr Hasler, die Post benötigt dringend einen professionelleren Kommuniaktionsmann. Dies ist kein Einzelfall: Ähnliches gäbe es aus dem VBS zu berichten, vom Sprecher von Bundesrat Schneider-Ammann, von der FDP Schweiz und von kommunalen Behörden, die ihre Macht überschätzen.

  • Jun 28th, 2013 um 09:06 Uhr | #22

    In der Tat eine klare Fehlleistung der Post, in dieser Krassheit – um es mal so zu formulieren – jedoch aus meiner Sicht nicht repräsentativ. Wo sich beide Seiten an einige ungeschriebene professionelle Standards halten, ist das Verhältnis zwischen Journalisten und Kommunikationsverantwortlichen in der Regel ungetrübt. Dass dies im Alltag nicht immer so ist, dessen bin ich mir durchaus bewusst.
    Peter Eberhard, Präsident pr suisse/Schweizerischer Public Relations Verband

  • Jun 28th, 2013 um 10:34 Uhr | #23

    @Peter Eberhard: ich stimme Ihnen zu, da ich selbst über fast ausschliesslich gute Erfahrungen verfüge.

    Allerdings weiss ich auch, wie sorgfältig sogenannte “Exklusivinterviews” gehütet und gegebenenfalls dem Trading dienen. Und wie sauer viele Medienschaffende werden können, wenn sie dann doch nicht den Primeur haben, aus welchen Gründen auch immer.

    Ich denke, dass Journalisten sich hüten müssen, uns PR-Leute als Wasserträger zu sehen und wir uns, die Medien als günstige bzw. manipulierbare Werbeträger missverstehen zu wollen. Manchmal geraten da “professionelle Standards” etwas in Vergessenheit …

    Catherine Herriger
    Kommunikationsberaterin BR/SPRV

  • Eliane Hangartner
    Jun 29th, 2013 um 13:12 Uhr | #24

    Anstatt das Interview abzudrucken und im Netz einen Blog zu schreiben hätte ich diesen Text oben in der Zeitung abgedruckt! In dem ihr das Interview abgedruckt habt, gabt ihr dem Postchef eine Plattform. Diese Plattform hat sich m.E. die Post selber verwirkt. Im Endeffekt habt ihr schön brav mitgespielt, anstatt klar stopp zu sagen und eben die Geschichte, wie’s real gelaufen ist, zu bringen. Und sowieso: finde ich diese Geschichte viel spannender als irgendwelche Bla Bla aussagen von irgend einem CEO oder Ähnlichem.

  • Bach Daniel
    Jun 29th, 2013 um 17:38 Uhr | #25

    Da haben Sie nicht gänzlich unrecht, Herr Gygax. Nur: es ist nicht immer nur das Geld, das einen motiviert, “die Seite zu wechseln” (neben den familienfreundlicheren Arbeitszeiten). Ich zum Beispiel fand es nach 15 Jahren Journalismus interessant, die Kommunikation staatlicher Stellen so gestalten, dass die Informationen von den Medien auch verwendet werden können. Wenn wir das, war wir von den Spezialisten erhalten, unbearbeitet weitergeben würden, würde dies den Journalisten ziemlich viel Mehrarbeit bescheren. Zudem sind wir ex-Journalisten immer darum bemüht, intern Verständnis zu schaffen für die Arbeit der Medien. Es ist nämlich selten so, dass wir unseren Fachleuten einen Maulkorb verpassen würden. Es ist viel öfter so, dass Medienarbeit für sie einen lästigen Mehraufwand bedeutet, für den man sie zuerst motivieren muss. Das nicht alles rund läuft bei Medienstellen – gekauft. Aber nach ein paar Jahren Kommunikationsarbeit könnte ich Ihnen auch Dutzende von haarsträubenden Geschichten über nicht immer “ehrenwerte” Journalisten erzählen. Die sind nicht mal so selten…@René E. Gygax

  • Stefan Bachmann
    Jul 3rd, 2013 um 17:45 Uhr | #26

    Gerade jetzt wieder passiert: Ich mache ein telefonisches Interview mit einem Experten eines Bundesamts, das recht interessant ist. Ich sende ihm den Text zur Absegnung, und dann dauert es eine Woche, bis ein völlig neuer Text zurückkommt: neue Antworten, die mit den Aussagen am Telefon nichts gemein haben, unverständliches Beamtendeutsch, nichtssagendes PR-Bla-Bla. Das macht mich echt wütend: dass der Mediendienst das Interview teilweise zerstört und Antworten einsetzt, die erstens unleserlich sind und zweitens die Fragen gar nicht mehr beantworten. Das geht nun bei vielen Amtsstellen so zu und her. Da wünschte man sich schon Kommunikationsfachleute, die das Augenmass nicht komplett verlieren.

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