Der Umgang mit Geld verrät die Mentalität
Es sind die kleinen Taten und die beiläufigen Worte, die Mentalitäten entlarven. Der SRG-Sprecher verteidigt im “Tages-Anzeiger” die von seiner Institution finanzierten Umfragen vor Abstimmungen und Wahlen mit dem Begriff “Peanuts”: Im Rahmen des SRG-Budgets spielten solche Summen keine Rolle, meint er. Deshalb könne auch auf die Veröffentlichung der Ergebnisse der Umfragen locker verzichtet werden.
Als ehemaliger Chefredaktor einer Tageszeitung und eines Monatsmagazins und als amtierender VR-Präsident einer Regionalzeitung weiss ich wie privatwirtschaftliche Medienunternehmen jeden Franken zwei Mal umdrehen, wie sie umstrukturieren, neue organisatorische Wege suchen, sparen und immer wieder Entlassungen durchführen müssen. Wir haben gelernt mit dem Geld umzugehen.
Gleichzeitig weiss ich auch, wieviel Geld demoskopische Umfragen vor Wahlen und Abstimmungen kosten. Entsprechend wird in den privatwirtschaftlichen Medien vor jeder Umfrage erbittert diskutiert: Ist diese Umfrage wirklich nötig? Können wir sie uns leisten? Passt sie ins Budget? Ist sie für unsere Nutzer tatsächlich von Bedeutung? Oft entscheiden dann die Chefredaktionen schweren Herzens auf eine Umfrage zu verzichten.
Entsprechend verblüfft nehme ich deshalb die Aussage des SRG-Sprechers zur Kenntnis – gleich einer Botschaft aus einer anderen Welt: Für die SRG spielen solche Summen keine Rolle. Wann lernen die SRG-Oberen, dass sie mit dieser Mentalität das Misstrauen gegenüber der SRG herausfordern ?
Peter Hartmeier, VR-Präsident Huber & Co. AG/Verleger der Thurgauer Zeitung
Mir kommen gleich die Tränen. Aber auch unter Ihnen wurden vom Tagi sinnlose Projekte und -gruppen durchgefüttert (meist mit fürstlichen Honoraren), während Redaktion und Infratstruktur ständig unter der Schraube waren. Totaler Realitätsverlust. Böses böses Staatsfernsehen. Hopp Tele-Züri öhmm telebanal…